TMS wird TMSnat: Das ändert sich 2027

Niklas Freese
Veröffentlicht am
13.10.2026
5 Min. Lesezeit

Falls du gerade planst, Medizin zu studieren, hast du wahrscheinlich schon gehört: Den TMS, wie wir ihn kennen, gibt es bald nicht mehr. Ab 2027 tritt an seine Stelle der TMSnat, der Test für medizinische Studiengänge mit naturwissenschaftlichen Aufgaben. Wir erklären dir hier, was das für dich bedeutet, egal ob du 2026 noch den letzten TMS schreibst oder direkt in den TMSnat startest.
Warum gibt es überhaupt einen neuen Test?
Kurz gesagt: Die Wissenschaft hat den TMS und seinen kleineren Bruder, den HAM-Nat, über Jahre unter die Lupe genommen. Ergebnis: Beide sagen den späteren Studienerfolg besser vorher als das Abi allein, aber nicht jeder Testteil gleich gut. Die visuellen Aufgaben aus dem TMS (Muster zuordnen, Schlauchfiguren, Figuren lernen) haben in den Studien eher schlecht abgeschnitten. Die Naturwissenschaftsfragen aus dem HAM-Nat dagegen richtig gut. Die logische Konsequenz: Man nimmt die stärksten Teile aus beiden Tests und macht daraus einen einzigen, bundesweit einheitlichen Test. Das ist der TMSnat.
Was ändert sich konkret?
Der TMSnat besteht aus 7 Untertests mit insgesamt 156 Aufgaben. Die reine Testzeit beträgt rund 298 Minuten, also knapp 5 Stunden, dazu kommt eine 60-minütige Pause.
So verteilen sich die Aufgaben:
Naturwissenschaftliche Kenntnisse (neu, aus dem HAM-Nat): 40 Aufgaben, 60 Minuten
Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis: 20 Aufgaben, 50 Minuten
Quantitative und formale Probleme: 20 Aufgaben, 50 Minuten
Fakten lernen: Einprägephase 6 Minuten, Reproduktionsphase 20 Aufgaben in 7 Minuten
Textverständnis: 20 Aufgaben, 50 Minuten
Diagramme und Tabellen: 20 Aufgaben, 50 Minuten
Arithmetisches Problemlösen (neu, aus dem HAM-Nat): 16 Aufgaben, 25 Minuten
Weggefallen sind dagegen die Untertests Muster zuordnen, Schlauchfiguren und Figuren lernen. Die Testgebühr bleibt bei 100 €.
Kannst du den TMSnat mehrfach schreiben?
Ein wichtiger Unterschied zum alten TMS, den viele noch nicht kennen: Der TMS durfte nur zweimal im Leben geschrieben werden. Beim TMSnat gibt es dieses Limit nicht mehr. Du kannst ihn so oft wiederholen, wie du möchtest. Das Ergebnis bleibt dabei jeweils zwei Jahre gültig.
Wann ist der erste TMSnat?
Der erste Durchgang findet am 8. und 9. Mai 2027 statt, danach zweimal jährlich im Mai und November. Wichtig für alle, die 2026 noch Abi machen: Der letzte TMS findet am 7. und 8. November 2026 statt, der letzte HAM-Nat am 5. September 2026. Wer diese Chance verpasst oder sie nicht mehr nutzen kann, startet direkt mit dem TMSnat.
Was heißt das für deine Vorbereitung?
Genau hier wird es für viele interessant und ehrlich gesagt auch anspruchsvoller. Der Test ist deutlich komplexer als der bisherige TMS, weil er zwei völlig unterschiedliche Dinge gleichzeitig verlangt.
Zum einen naturwissenschaftliches Grundwissen, das man sich wie Vokabeln aneignen muss. Chemie, Physik, Biologie und Mathe auf Oberstufenniveau, teils sogar leicht darüber. Zum anderen kognitive Fähigkeiten wie logisches Schlussfolgern und Problemlösen unter Zeitdruck, die klassische TMS-Stärke, die sich eher durch Strategie und Übung verbessert als durch Auswendiglernen.
Das sind zwei komplett verschiedene Lernformen. Und genau da sehen wir als Coaches den größten Unterschied zum alten TMS. Ein Standardprogramm für alle wird beim TMSnat noch schwieriger passen als vorher, weil jede Person mit einem anderen Startpunkt reinkommt. Die einen kennen ihre Chemie-Grundlagen noch aus der 12. Klasse, die anderen haben Naturwissenschaften seit Jahren nicht mehr angefasst.
Unsere Einschätzung als 1:1-Coaches
Wir empfehlen, langfristig zu lernen. Nur Bücher durchzulesen wird beim TMSnat nicht zum Erfolg führen, dafür ist der Stoffumfang einfach zu groß. Mindestens genauso wichtig ist der Fokus auf das Wesentliche. Gezielt lernen statt die komplette Oberstufe noch einmal durchzuarbeiten, das macht am Ende den Unterschied.
Um dir dabei zu helfen, arbeiten wir gerade an einem kurzen Einstufungstest. Damit siehst du von Anfang an schwarz auf weiß, wo du aktuell stehst, und kannst gezielt an den Lücken arbeiten, statt wahllos zu pauken.
Und natürlich gibt es auch beim TMSnat die Möglichkeit, dich 1:1 begleiten zu lassen. Gerade weil der Test deutlich komplexer ist als der jetzige TMS, lohnt es sich, den Fokus zu behalten und sich nur auf die wirklich relevanten Themen zu konzentrieren, statt sich in Nebensächlichkeiten zu verlieren. Genau dabei unterstützt dich ein individueller Lernplan mehr als jedes Standardbuch.
Was du jetzt tun kannst
Falls du 2026 noch die Chance auf den TMS oder HAM-Nat hast, nutze sie, wenn es für deine Wunschuni sinnvoll ist. Falls du erst 2027 startest, mach dir keinen Stress, aber beginne früh mit der Bestandsaufnahme. Und in jedem Fall: Lass dich von der neuen Testform nicht verunsichern. Wir begleiten dich durch beides, TMS-Wissen und Naturwissenschaften.

Niklas Freese
Veröffentlicht am
13.10.2026


